200403frauentag2004

Handwerk hat weiterhin „goldenen Hoden“ – Zum internationalen Frauentag 2004

Die deutsche Handwerkslobby der Meisterbetriebe kann sich weiterhin, auch nach der jüngsten HWO-Novelle nicht mit den modernen Prinzipien der Gleichheit und Gleichberechtigung schmücken.

War der Marktzugang im Handwerk schon für einheimische Männer ohne Meisterbrief sehr eingeschränkt so sind für Frauen im Handwerk zusätzliche gesellschaftliche Hürden zu nehmen.

Noch heute im 21 Jahrhundert würden auf einer Baustelle mit nur Handwerkerinnen und einem männlichen Handlanger alle den männlichen Handlanger um rat fragen und keine der Handwerkerinnen.

Die neue Altgesellenregelung erlaubt nun dem Gesellen mit sechsjähriger Berufserfahrung, davon vier in leitender Stellung, ein Handwerksgewerbe zu führen.

Diese Regelung ist keine für Handwerkerinnen, denn welche Frau im Handwerk bekommt nach der Ausbildung eine Festeinstellung, geschweige denn eine leitende Stellung?

Gerade für Frauen ist das Recht auf selbständige Arbeit, eine der Möglichkeiten z.B. mit Kind im Beruf zu bleiben. Diese Möglichkeit wird durch den Meisterzwang verhindert und die betroffenen werden in die Schwarzarbeit gedrängt, denn eine Meisterausbildung mit den zusätzlichen Pflichten einer Mutter zu schaffen ist verdammt schwer.

Gerade in den sogenannten typischen Männerberufen im Handwerk muß Frau sich doppelt beweisen um auf der Baustelle und in der Ausbildung sich zu behaupten.

Mit dem um 11% aufgeweichten Meisterzwang und der noch immer nicht gesellschaftlich durchgesetzten Gleichberechtigung von Frau und Mann sind wir im Handwerk also weiterhin im Mittelalter.

Handwerk hat weiterhin golden Hoden.

Der Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker setzt sich weiterhin für die Gleichstellung von Frau und Mann im Handwerk ein.

Jonas Kuckuk

Vorstand des BUH

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