200302fehlendes-kapital

Meisterzwang entzieht Existenzgründer Eigenkapital

Es ist allgemein bekannt, daß für viele Unternehmen im
handwerklichen Umfeld das Eigenkapital eine sehr knappe
Ressource ist.

In einer Meisterbefragung der Handwerkskammer Koblenz –
veröffentlicht im April 2000 – wurde auch gefragt, warum sich
Jungmeister nicht selbständig machen. Dazu heißt es in der
Veröffentlichung:

Verzicht auf Selbständigkeit

Der in der Vergangenheit meist genannte Grund, sich nicht
selbständig zu machen, war das Fehlen einer angemessenen
Eigenkapitalbasis. Diesem Argument messen die Jungmeister
des Jahrganges 1998/1999, die kein Interesse an einer
Existenzgründung zeigen, auch eine entscheidende Rolle bei.
44 Prozent der Meisterprüflinge führen ihr Verbleiben in einer
unselbständigen Tätigkeit auf ein zu geringes Eigenkapital
zurück.

Bei Kosten von 20.000,- bis 50.000 Euro für den Meisterbrief
(Meisterausbildung, Prüfungsgebühren, Fahrt und/oder
Unterbringungskosten, Verdienstausfall während der Weiterbildung)
entzieht der Erwerb des Meisterbriefs potentiellen Existenzgründern
Eigenkapital, das dann zur Existenzgründung fehlt
. Unternehmer,
die selbständig handeln müssen, sollte der Staat auch zugestehen,
daß sie selber darüber entscheiden, wofür sie ihr vorhandenes
Kapital investieren. Möglicherweise wollen diese Existenzgründer
auch in Weiterbildung investieren, aber eben nicht in die
Weiterbildung im Rahmen der Meisterausbildung, sondern in andere
Spezialkenntnisse oder in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter und
nicht im durch den Meisterzwang vorgeschriebenen Umfang in die
eigene Weiterbildung. Dies muß, um die Wettbewerbsfähigkeit der
Wirtschaft zu stärken den angehenden Unternehmern überlassen
bleiben.

Der Markt erfordert heute z.T. einen anderen Aus- und
Weiterbildungsmix als in den Meisterkursen angeboten.

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